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 TEMPOs in der KOMBI-Ausführung

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BeitragThema: TEMPOs in der KOMBI-Ausführung   TEMPOs in der KOMBI-Ausführung EmptySa 13 Apr 2019, 16:53

Hallo, Grüße an alle Freunde der dreirädrigen Vehikel und speziell der Sorte TEMPO und Co. aus dem sächsischen Vogtland.
Ich muß mich erst mal vorstellen, obwohl das hier nicht die richtige Rubrik dafür ist. Das Vorstellen hätte wohl schon 2014 erfolgen müssen, seit dem bin ich Mitglied im TEMPO-CLUB, aber ich sage mir, besser spät als nie.

Ein FRAMO LT 200 Pritsche, Bj. 31, ein TEMPO E200 Kombi, Bj. 36, je ein GOLIATH F 200/400 Kastenwagen, Bj. 37 stehen in meinen Katakomben und sind im Zustand von 99% bis runter zu 50% restauriert. Daran seht ihr, daß das Dreirad an sich mein Interesse hat. Gearbeitet wird immer im Wechsel an den guten Stücken, damit geht man vielen Kalamitäten wie Kenntnis- und Ersatzteilmangel, fehlende Lust etc. aus dem Weg oder umschifft diese mit Schlauheit. Was man zu dieser Methode allerdings braucht ist Zeit und nochmals Zeit und Standvermögen, das durchzuhalten, um nicht zu sagen Sturheit. Rentner haben entgegen landläufiger Meinung genug Zeit, solange sie nicht in Panik verfallen in Anbetracht der lebenslang „verpassten“ Möglichkeiten. Ich bin Rentner mit sehr sehr verständnisvollem „Anhang“ und mit keinerlei Ambitionen zur Kreuzschifffahrt und ähnlichen zeitraubenden Ausflügen.

Dreiräder. Eigentlich hatte ich mich in diese „archaischen“ Fortbewegungsmittel verguckt, weil mich diese von ihrem Erscheinungsbild her ob ihrer Ursprünglichkeit faszinierten. Fast jede Funktion ist unverschlüsselt ablesbar und man hatte bei der Konstruktion wohl meist die Machbarkeit und den und den späteren Preis etc. im Blick und nur sehr wenig das Erscheinungsbild und die Wirkung auf den künftigen Besitzer. Gottseidank standen den Dreiradfirmen des Vorkriegs nur wenig Großtechnik zur Verfügung, so daß sich lange Zeit die quasi handwerkliche Fertigung fortsetzte und mir heute Freude bereitet.

TEMPO E 200 Kombi. Ein Fahrzeug, 1988 erstanden, das mir der Verkäufer über 80 km vor die Haustür fuhr. Ein Umstand, der mir heute, nachdem keine Schraube davon mir nicht durch die Hand gegangen ist, mich immer noch fassungslos macht. Wagemut oder die Unkenntnis vom tatsächlichem Zustand des Dreirades, wie auch immer, dieses Häufchen Unglück mit einem ausgeleiertem 198ccm Motörchen hat dir teilweise Steigungen von 12 % heraus aus Thüringen ins Vogtland gebracht und damit meine feste Überzeugung von der Wertarbeit unserer Altvorderen mehr als begründet.
Und an diesem Teil werkele ich nun seit geraumer Zeit. Anfangs wußte ich nicht, wie viele Kombis es noch gibt, heute nur, daß wenige davon die Zeit und die Überbeanspruchung, das Schindern in der Nachkriegs- und DDR-Zeit überstanden haben. Ich habe also ohne Zutun ein seltenesTeil. Der Preis dafür ist, daß ich nicht in den nächsten Ort fahren kann, da steht „nur“ ne Ausführung mit Pritsche, da kann ich nicht fragen oder mir ansehen, wie was funktioniert. Da hat der Schrauberkollege selbst zu tun, alles auf die Reihe zu kriegen und dann steht da einer mit nem Kombi, von dem es wenig Fotos, in den Werksunterlagen wenig Schriftliches und keinerlei Abbildungen gibt.
Also, liebe Schrauber an den KOMBIS, sei es vom E oder A Typen, gebt eure Zurückhaltung auf und profitiert von einander. Ich bin zwar zu fast 90% mit der Restauration fertig, aber ich würde gerne meine Erfahrungen einbringen oder tauschen, von den Ersatzteilen etc. zu schweigen.

Um die Schwellenangst überwinden zu helfen gleich eine Frage: Auf welche Art hat man bei den Kombis im Innenraum von der B-Säule bis zum Heck die Karosseriebleche verkleidet, so daß man auf der hinteren Sitzbank sitzend nicht gleich Dellen ins Karosserieblech rammte. Ich kenne bislang nur zwei Varianten: Eine Seitenwandverblendung, bestehend aus Sperrholz mit Kunstleder überzogen und dann angeschraubt, und dann die Ausführung mit von innen aufs nackte Blech aufgeklebtem Kunstleder brutal über alles an Kotflügelschrauben etc.. Beides ist bedingt möglich und auch schon praktiziert. Wo aber liegt der Weisheit letzter Schluß?
Würde mich freuen, von Einigen zu hören, die da auch von Unkenntnis geplagt sind oder auch nicht.

Jürgen Hohmuth, Reichenbach/Vogtland
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BeitragThema: Re: TEMPOs in der KOMBI-Ausführung   TEMPOs in der KOMBI-Ausführung EmptySa 13 Apr 2019, 18:13

Hallo Jürgen,

wir kennen uns u. a. von den Ebay-Kleinanzeigen. Ich wusste gar nicht, dass Du auch hier aktiv bist. Dein Gerschen-Synonym ist mir auch bei den Goliath-Leuten aufgefallen.

Da haben wir ja ungefähr die gleiche Liebhaberei. Mir persönlich hängen die urigen Tempo-Wagen zwar alle irgendwie nahe, aber im Grunde bin ich ein Freund der urtümlichen Dreikantfeilen.

Leider kann ich Dir mit Deinem Kombi nicht (mehr) weiterhelfen. Ein Freund aus Westfalen hatte bis vor einigen Jahren einen unrestaurierten, völlig verrosteten E200 aus einem (quasi) Privat-Sumpf gezogen.

Der war wirklich überall rostbraun, aber ab der Spritzwand nach hinten weitestgehend vollständig. Auch das Blech war noch überall tragend. Dieser wirklich nette Mensch ist KFZ-Meister i. R. und hat schon die dollsten vermurksten Kisten wieder auf Vordermann gebracht.
Möglicherweise kennt Ihr ihn.
Er hat jetzt noch zwei Tempos.
Sein dunkelgrüner 1953er Hanseat Tiefpritsche mit Plane war wirklich absolut schrott und wurde in mühsamer Kleinarbeit in den frühen 1980ern wieder wie neu hergerichtet. Der war dann auch oft auf diversen Treffen zu sehen.
Ein E200 Kastenwagen Bj. 37, der ehemals für die Reichspost lief, hatte er schon vor der Wende in den 1980ern aus der DDR importiert. Der steht jetzt als roter Reichspost-Tempo in einem Museum als Leihgabe. Das Fahrzeug ist ziemlich bekannt.
Außerdem geht die Restauration des möglicherweise letzten "Monotrace" auf seine Kappe. Das Ding hat er aus scheußlichen Fragmenten wieder hergestellt. Auch der steht jetzt als dunkelgrüne Leihgabe in einem Museum.
Monotrace ist der französische Lizenzbau des urigen Mauser-/Winkler-Einspurautos.

Ich wollte damit nur sagen, dass er den Kombi nicht wieder verkauft hat, weil er Angst vor der Restauration hatte. Da hat er schon ganz andere Kaliber auf dem Gewissen, die heute Schmuckstücke in jeder Ausstellung sind.
Den Namen will ich lieber hier nicht öffentlich nennen, aber ich kann sagen, dass er in der Ecke Herford/Bielefeld heimisch ist.

Es würde mich sehr interessieren, wie es mit Deinem seltenen Kombi weitergeht.
Bevorzugen würde ich klar die Sperrholz-Verkleidung der Seitenwände, ähnlich wie bei der Tür. Aufgeklebtes Kunstleder würde ich als "halbe Sache" empfinden, obwohl ich wirklich nicht weiß, wie es richtig ist.

Viel Erfolg!
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